Biografie

 

 

 

 

kurze Version:

 

Udo Brückmann, geb. 1967, lebt als Autor und Dozent im ländlichen Niedersachsen. Nach dem Abitur Studium der Philosophie und Kunstgeschichte in Berlin, verschiedene Tätigkeiten für Bühne, Film und Fernsehen. Ausbildung zum Stadtführer in Potsdam, später Ausbildung im Szenischen Schreiben, pädagogische Ausbildungen in den Bereichen Inklusion und Integration sowie Deutsch als Fremdsprache für Anfänger (DaF), Arbeit als Dozent im Volkshochschulbereich. Journalistische Erfahrungen, Kosmopolit, Reisen rund um die Welt, Beschäftigung mit Spiritualität und fremden Kulturen. Nachhilfeunterricht im Fach Deutsch, Lektorate und Coachings. Arbeit als Schriftsteller in den Genres Belletristik (Kriminalroman, historischer Roman), Fantasy und Märchen, Kinderliteratur sowie Lyrik.

 

2011 sind die „Kindergedichte“ erschienen, nachdem der NDR in Hamburg das „Holzwurm“-Gedicht für „Mikado – Radio für Kinder“ vertont hatte. Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien für verschiedene Verlage, Kurzgeschichten und Lyrik: „SternenBlick“ Berlin, Burgenwelt Verlag Bremen, Wendepunkt Verlag Weiden, Art Skript Phantastik Verlag Salach u.a. Für den Geest-Verlag Vechta entstanden zwischen 2013 und 2017 die Romane „Zirkus Konzentrazani“ (zusammen mit Volker Hedemann über die Hintergründe des berühmten „Moorsoldatenliedes“, KZ Börgermoor 1933), „Ewig blüht das Leben“ (Kriminalroman als Gesellschaftssatire zum Thema der Unsterblichkeit, fiktiver Hintergrund ist die Kräutermedizin der Hildegard von Bingen sowie die alchemistische Spagyrik nach Paracelsus) und „Mords-Hochschule – Bildung für alle“ (Kriminalroman als satirische Betrachtung auf die deutsche Pädagogik vor einem gesellschaftspolitischen Hintergrund). Als Szenische Lesung gemeinsam mit der Schauspielerin Manon Straché erlebte die "Mords-Hochschule" neu konzipiert eine zweite Premiere im September 2019. Von Juni bis Oktober 2019 Vertonung einer "Kindergedichte"-Auswahl durch den Kinderradiokanal (KiRaKa) des WDR in Köln.

 

 

längere Version:

 

Geboren wurde ich 1967 im Sternzeichen „Stier“ als zweiter Sohn eines Gleisbauers und einer Hausfrau im schönen Ammerland in Niedersachsen.

Schon früh hatte ich mir ständig Geschichten ausgedacht und aufgrund phantastischer Parallelwelten meine Eltern am Realitätssinn ihres Sohnes zweifeln lassen, zumal diese Geschichten – ja sogar Theaterstücke – unmittelbar zu Papier gebracht werden mussten. Schreibwarenhandlungen und Buchläden verdienten ein kleines Vermögen. Nach einer glücklichen Kindheit auf dem Lande begann, so sagte man mir jedenfalls, der „Ernst des Lebens“, den ich immerhin zwanzig Jahre nach meiner Geburt mit dem Abitur abschließen konnte. Dies war der ersehnte Fahrschein nach Berlin, denn längst hatte mich das Fernweh gepackt. Der Westteil der damals noch geteilten Stadt – genauer gesagt das bürgerliche Charlottenburg-Westend – wurde mein neues zu Hause und sollte es mehr als fünfzehn Jahre lang bleiben.

 Nebenbei gesagt gehört der Fall der Berliner Mauer zu meinen beeindruckendsten Erlebnissen überhaupt – als Augenzeuge an jenem Tag.

Ein Studium der Philosophie und Kunstgeschichte bildete den Auftakt für einen spannenden Lebensabschnitt, der mir einige lang gehegte Wünsche erfüllte; besonders das Kennenlernen fremder Kulturen, anfangs in Form einer Wohngemeinschaft mit Studenten aus Indien, Südkorea und Japan. Multikulturell war das Zauberwort in jeder Hinsicht.

Zwar erkannte man bereits zu Schulzeiten ein zeichnerisches Talent, doch der Beruf des Bühnenbildners, den ich mir auserkoren hatte, erwies sich als glatte Fehlentscheidung. Stattdessen führte mich ein Praktikum direkt auf die Bühne der Deutschen Oper Berlin als Mitglied der Statisterie und des Bewegungschores. So konnte ich vor 2000 Zuschauern auftreten, ohne dass es jemand bewusst mitbekam! Ebenso erging es wohl den „Co-Stars“ an meiner Seite – wie Lucia Popp, René Kollo oder Karan Armstrong.

Die kleinen Rollen wurden individueller: Das Renaissance-Theater Berlin suchte drei Zuckerbäcker bzw. Diener eines adeligen Herrn in Molière's zeitloser Komödie „Der Geizige“ für eine Co-Produktion mit der Comédie Française Paris. Regie führte der französische Theater- und Filmschauspieler Jean-Paul Roussillon, während die Hauptrolle mit einem deutschen Theater- und Fernsehliebling besetzt war: Harald Juhnke. Dazu gesellten sich bekannte Gesichter wie Daniela Strietzel, Volker Brandt und Margret Homeyer.

Während ich abends selig auf der Bühne stand, hatte ich vormittags – nach einer entsprechenden Ausbildung – meine eigene zweistündige Show live vor Publikum, fünf Jahre lang, etwa 1000 Mal „en suite“ und fast immer ausverkauft: Als erster westdeutscher Stadtführer (nach der Wiedervereinigung) für die Schlösserrundfahrt Potsdam! Endlich durfte ich mein erworbenes Wissen aus der Kunst- und Kulturgeschichte praktisch anwenden. Neu hinzugekommen war die Musikgeschichte und damit die Mitgliedschaft in der Deutschen Richard-Wagner-Gesellschaft, die sich ganz in meinem Sinne vehement gegen die Verunglimpfungen durch das sogenannte „Regietheater“ aussprach. Als 2. Redakteur der „Mitteilungen der Deutschen Richard-Wagner-Gesellschaft“ konnte ich erste bissig-satirische Texte zum aktuellen Musikgeschehen veröffentlichen; inklusive der Konzeption einer Ausstellung im Foyer des Festspielhauses Bayreuth.

Davon beflügelt entstanden auch Artikel zu allen möglichen Themen im Bereich des Zeitungs-Journalismus, ebenso Comedy-Beiträge für eine Radio-Show. „E“- und „U“-Schubladen waren noch nie meine Sache.

Vom Radio ging es weiter zum Fernsehen, damals noch der Sender Freies Berlin (SFB). Nicht hinter, sondern vor die Kamera. Warum ich mich auf der Mattscheibe zumeist als Spurensicherer im „Tatort“ oder „Polizeiruf“ wiederfand, ist mir bis heute ein Rätsel. Die Begegnung mit dem großartigen Kurt Böwe ist mir jedenfalls nachhaltig in Erinnerung.

Die Rialto Film GmbH engagierte mich bald für eine Kinofilm-Produktion. Auf eine Hauptrolle warte ich allerdings bis heute! Nein, Produzent Horst Wendtland und sein Team benötigten ein Lichtdouble für ihren Hauptdarsteller, Komiker Otto Waalkes. Unnötig zu erwähnen, dass die Dreharbeiten zu „Otto – Der Liebesfilm“ einen hohen Spaßfaktor garantierten. Die teils aufwendigen Dekorationen im legendären Filmstudio Babelsberg mussten noch ohne Computer-Animationen auskommen. Mit von der Partie waren u.a. Jessika Cardinahl, Ruth Maria Kubitschek, Ralf Wolter und Lonny Kellner-Frankenfeld. Dieses Mal hatte ich es bis auf die Leinwand geschafft! Nur sehen konnte mich dort keiner, da ich als Double nur für die Beleuchtungsproben zuständig war. Trotzdem kamen interessante Kontakte zustande. Ausstattungen für Kurzfilme (z.B. mit Hans-Peter Hallwachs) und erste Drehbuch-Entwürfe – sogar für ein internationales Popmusik-Video – wiesen beruflich in eine vielversprechende Richtung, doch kein größeres Projekt ließ sich am Ende verwirklichen, obwohl ich das Handwerk des Drehbuchschreibens (nach Syd Field) erlernte. Eine Krise kündigte sich an – und eine Flucht vor derselbigen. Zusammen mit einem Freund entschloss ich mich, meinen gesamten Besitz zu verkaufen und mit dem Auto quer durch Australien zu fahren, um den Kopf wieder frei zu bekommen! Die sechsmonatige Reise auf dem Fünften Kontinent und die Rettung durch Ureinwohner vor dem sicheren Tod war ein spirituelles Erlebnis von ganz besonderer Art.

Die Beschäftigung mit spirituellen Themen begleitete mich bereits seit frühester Jugend. So trug die Australien-Reise maßgeblich dazu bei, ungebremst und recht naiv in die Esoterik-Szene der 90er Jahre hineinzuschlittern. Davon verblendet stellte ich rein gar nichts mehr in Frage und sog so ziemlich alles auf, was es damals auf dem Literatur- und Zeitschriftenmarkt gab. Mehr noch, mein erstes Manuskript – ein Sammelsurium u.a. aus Vegetarismus, Jesus in Indien, dem Heiligen Gral und Atlantis – erschien zur Jahrtausendwende als Buch in einem der einschlägigen Verlage. Im Rückblick ein großer Irrtum mit ganzheitlichem Erkenntnis-Gewinn:

Es ist immer gut zu wissen, was man will; manchmal aber ist es besser zu wissen, wohin die Reise überhaupt nicht gehen soll.

Gleichzeitig verstarb meine so geliebte Mutter nach einer falsch durchgeführten Operation. Erst durch dieses tragische Ereignis außerhalb von allen theoretischen Erkenntnissen und zwielichtigen Orakeln verstand ich die Tiefe des Lebens und die dazugehörige Krise, in der ich mich befand. Es sollte viel Mühe und Anstrengung kosten, das eigene Dasein komplett neu zu ordnen. Back to the roots: Willkommen zurück auf dem Lande!

Ohne meinen herzensguten Vater und meiner Familie hätte ich diese Zeit wohl nicht überstanden. Der Schreiberling wurde reaktiviert und langsam entstanden wie einst wieder Geschichten im Genre Märchen und Fantasy. Eine Fernausbildung im Szenischen Schreiben bei einer Agentur in München lieferte das notwendige Handwerkszeug, und zwar auf Vermittlung einer meiner literarischen Idole und dem Schöpfer meiner Lieblingsfigur aus der Kindheit, dem Urmel: Kinderbuch-Autor Max Kruse. Bis zu seinem Tod blieben wir in Kontakt – und ich durfte viel von ihm lernen.

Parallel dazu stellte mich das Schicksal erneut auf die Probe: Nachdem mein Vater an einer seltenen Form von Leukämie erkrankt war, übernahm ich zuerst den Haushalt und mit dem Fortschreiten der fürchterlichen Krankheit die häusliche Pflege, insgesamt fünf Jahre lang. Die mit Abstand wichtigste Zeit in meinem Leben.

In diese Zeit fiel ebenso die Verwirklichung eines langwierigen Roman-Projektes zusammen mit dem Politikwissenschaftler Volker Hedemann: „Zirkus Konzentrazani“. Die Recherche für den historischen Hintergrund des berühmten „Moorsoldatenliedes“ (KZ Börgermoor 1933) führte uns in das benachbarte Emsland in die Gedenkstätte Esterwegen, in der schließlich auch die feierliche Buchpremiere stattfand. Nebenbei konnte ich meinen Schreibstil weiter ausbauen und die Technik verfeinern. Der „Roman gegen das Vergessen“ war seitdem bereits als Schullektüre im gymnasialen Geschichtsunterricht im Einsatz und bestritt so manche Lesung: Hervorzuheben ist dabei diejenige mit dem Schauspieler Tobias Langhoff im Rahmenprogramm des Internationalen Filmfestes Potsdam 2014 in Babelsberg.

Die Begeisterung für die deutsche Sprache ebnete mir den Weg in eine private Nachhilfeschule, erste Erfahrungen als Lehrkraft sammelte ich besonders im Grundschulbereich. Die Leitung der Zweigstelle und „Englisch für Senioren“ wurden mir nebenbei noch anvertraut. Das Unterrichten machte mir so viel Freude, dass ich mich – zusammen mit zwei Kolleginnen – dazu entschloss, zusätzlich eine pädagogische Ausbildung zu absolvieren, und zwar im Bereich Inklusion und Integration.

Mittlerweile habe ich ein kleines, beim Finanzamt angemeldetes Unternehmen und gebe nach wie vor privaten Deutschunterricht. Lektorate von Bachelor-/Masterarbeiten und Dissertationen sowie Coachings im Bereich Motivationstraining und Zeitmanagement gehören dazu.

Mit dem Verkauf und Abriss des Elternhauses kündigte sich einmal mehr ein neuer Lebensabschnitt an – wieder mit der Verwirklichung einer Herzensangelegenheit: Dozent für „Deutsch als Fremdsprache für Anfänger“ (DaF) in der Erwachsenenbildung! Inklusive einer zusätzlichen Lehrkräftequalifizierung. Das seit jeher große Interesse an fremden Kulturen bescherte mir einen erfüllten Job in der Pädagogik, geflüchtete Menschen aus dem Mittleren Osten und Afrika besuchen von 2015 bis 2019 meine Deutschkurse.

Private Reisen durch Europa dienen zum Auftanken der Lebensenergie, die ganz besonders mit Hilfe „mediterraner Zapfsäulen“ aktiviert wird. O mio bella Italia! (And of course with british humour.)

Plus einer großen Faszination für die Quantenphysik und der „Nullpunkt- Energie“ als universelle Verbindung zwischen physischer und geistiger Welt.

Das Ergebnis all der kosmopolitischen Bemühungen und Glücksmomente: Endlich konnte ich damit beginnen, all die literarischen Entladungen zu Papier zu bringen, die als Schriftsteller längst in mir schlummerten: Kriminalromane, Fantasy, Märchen und Gedichte für Kinder, Lyrik und Kurzgeschichten. Fortsetzung folgt! (Bisherige Veröffentlichungen siehe Liste.)

 

P.S. Oft werde ich nach Vorbildern gefragt: Neben Max Kruse sind dies Michael Ende, Astrid Lindgren, Vicco von Bülow alias Loriot, Peter Ustinov, Andreas Eschbach, J. R. R. Tolkien, Hermann Hesse, Khalil Gibran und der Freiheitsrebell Friedrich Schiller.

 

 

Foto oben: Inge Witzlau

 


 

 

 

 

Im Gespräch mit Regisseur, Drehbuchautor

und Filmproduzent Hans-Erich Viet.

(Foto: Alfred Büngen)